Biographie und Werkübersicht
1948: geboren am 28. September in Baumkirchen/Tirol.
Studium an der Universität Innsbruck:
Musikwissenschaft, Kunstgeschichte, Philosophie.
1977: Promotion in Musikwissenschaft, Dissertation:
Studien zu den Messkompositionen von Johann Baptist Gänsbacher (1778-1844).
1971-1981: Studienassistent, dann Vertragsassistent am Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck.
1978-1981: Lehrtätigkeit am Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck: Vorlesungen und Übungen zu Harmonielehre, Paläographie, Werken Johann Sebastian Bachs und Gustav Mahlers.
Beteiligung am Forschungsprojekt Ikonographie der Musik in Österreich
mit Unterstützung des Österreichischen Forschungsfonds.
Herausgabe der Festschriften für Univ.-Prof. Dr. Walter Salmen (1978)
und Prof. Karl Horak (1980) mit Beteiligung von Fachkollegen aus zahlreichen Ländern Europas.
Publikation verschiedener wissenschaftlicher Beiträge,
bevorzugt im Fachbereich Musikethnologie.
1979: Ernennung zum Prüfungskommissär für die Studienrichtung Musikwissenschaftan der Universität Innsbruck für die Funktionsperiode von 1978 bis 1984 durch das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung.
1980: Wahl in die Kulturwissenschaftliche Fachgruppenkommission der Universität Innsbruck.
1980: Rechtshistorische Staatsprüfung.
1981: Fortsetzung des Jusstudiums: Zivilrecht, Handels und Gesellschaftsrecht.
1982: Gründung des Instituts für Tiroler Musikforschung und des Akademischen Musikvereins für Tirol (zusammen mit Dr. Hildegard Herrmann-Schneider).
Seit 1982 Obmann des Akademischen Musikvereins für Tirol.

Manfred Schneider und Hildegard Herrmann-Schneider zur Zeit der Gründung des Instituts für Tiroler Musikforschung
Das Institut für Tiroler Musikforschung hat seitdem bedeutende Leistungen
für die Erforschung und Dokumentation der Musiktraditionen Tirols erbracht,
die auch vielfach internationale Anerkennung gefunden haben.
Integraler Bestandteil des Instituts ist RISM (Répertoire International
des Sources Musicales) Landesleitung Westösterreich& Referat Südtirol.
Vorstand von RISM Landesleitung Westösterreich& Referat Südtirol
ist Univ.-Doz. Mag.art. Dr.phil. Hildegard Herrmann-Schneider.
Das Institut für Tiroler Musikforschung betreut u.a. die Noteneditionen:
Beiträge zur Volksmusik in Tirol,
Tiroler Weihnachtssingen, Tiroler Passions- und Ostersingen
sowie die CD-Editionen: Klingende Kostbarkeiten aus Tirol und Musik aus Stift Stams.
1982-1984: Systematische und kontinuierliche Liedaufzeichnungen in Osttirol.
Das Ergebnis dieser Grundlagenforschungen erbrachte rund 1700 Tonbandaufnahmen bei über 200 Gewährspersonen und eine Vielzahl von kopierten Liederbüchern.
Der Gesamtbestand ist auf Dokumentations-CDs konserviert
und durch einen gedruckten Katalog erschlossen:
Thomas Nussbaumer,
Tiroler Volksliedarchiv/Katalog der Tondokumente, Band I: Sammlung Manfred Schneider, Teil 1: Bestand Osttirol, Innsbruck 1996 (445 Seiten).
1984: Berufung an das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
als Leiter der Musiksammlung.
1984-1986: Erhebung musikalischer Quellenbestände in Tiroler Dorfkirchen
mit dem Ergebnis der unentgeltlichen Erwerbung von ca. 3.000 Musikalien,
die so vor akutem Verlust bewahrt wurden. Teilweise Kurz-Inventarisierung dieses Bestandes.
1985/86: Gestaltung der umfangreichen Ausstellung Musik und Weihnacht in Tirol (Katalog: TLMF 1985). Diese Ausstellung wurde als erste des Tiroler Landesmuseums
auch von Wien angefragt und daraufhin im Österreichischen Museum für Volkskunde über zwei Monate (30.11.1986-2.2.1987) erfolgreich präsentiert.
1986: Berufung als Leiter des Tiroler Volksliedarchivs
und damit Aufteilung der Dienstzeit:
50% Musiksammlung des Tiroler Landesmuseums, 50% Tiroler Volksliedarchiv.
1986-1988: Umfangreiche Erhebungen im Bereich
der Volksliedforschung in Südtirol. Sensationelle Entdeckung
der originären Mehrstimmigkeit der Kirchensinger von Mühlbach im Tauferertal.
Diese intensiv durchgeführte kontinuierliche Forschungsaktion
erbrachte den unglaublichen Bestand von über 6.000 Liedaufzeichnungen.
Zudem wurden an die 30.000 handschriftliche Lieddokumente kopiert,
eine Vielzahl von Interviews zum Themenbereich Musik und Brauch
schriftlich niedergelegt und zahllose Fotos eingebracht.
Diese von einer Einzelperson vollbrachte Aktion
hat den Bestand des Tiroler Volksliedarchivs um die Hälfte bereichert.
Ein Katalog der Liedaufzeichnungen ist im Internet zugänglich: www.volkslied.at.
1988: Beginn der Konzertprojekte.
Erstes Konzert: Tiroler Weihnachtssingen.
Dieses Konzert wurde vom ORF/Studio Tirol aufgezeichnet
und österreichweit übertragen.
1988-1990: Entdeckung der letzten mündlich überlieferten responsorialen Passionen in Südtirol .
Die durch mühevolle Rekonstruktionsarbeit bei mehreren Gewährsleuten gewonnenen Quellen aus Prettau im Ahrntal und Gummer im Eggental wurden von Manfred Schneider zudem noch bearbeitet. Insbesondere wurden die Choreinwürfe (Turbae) vervollständig und die Jesusrolle dreistimmig gesetzt, um die Worte Jesu noch eindringlicher wirken zu lassen. Die Passion aus Prettau wurde beim "Tiroler Passionssingen 1990" präsentiert und vom ORF/Studio Tirol live aufgezeichnet und gesendet. Diese Aufnahme erschien in der Folge als CD-Produktion. Die Passion von Gummer war der Mittelpunkt beim "Tiroler Passionssingen 1991" und ist ebenfalls als CD (Livemitschnitt) dokumentiert.
1989: Erste CD-Edition des Instituts für Tiroler Musikforschung:
Tiroler Weihnachtssingen1988. Damit begann in Tirol überhaupt erst
die Praxis einer konsequenten CD-Produktion.
1989: Erstes Tiroler Passions- und Ostersingen.
Mit diesen Liedpräsentationen wurden die Südtiroler Forschungsergebnisse
in Auswahl konsequent über mehrere Jahre mit immer neuen Programmen vorgestellt. Alle diese Projekte Tiroler Weihnachtssingen und Tiroler Passions- und Ostersingen hatten ein von Dr. Manfred Schneider gestaltetes und ediertes Liederheft (im ITMf - es gibt insgesamt je sechs Notenhefte), ferner wurden sie auf CDs dokumentiert.
Diese Kombination hat in der Folge insbesondere der Volksliedpflege
entscheidende Impulse vermittelt.

nach einer Aufführung des Passions-und Ostersingens 1993 im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum mit Sängern des Kirchenchors aus Sautens/Ötztal; im Vordergrund Chorleiter Franz Röck Im Hintergrund ist der Hinweis auf den elektronischen Museumsführer zu sehen, dessen umfangreiches Musikprogramm von Manfred Schneider entworfen wurde.
1989-2004: Kulturbeirat der Tiroler Landesregierung in ununterbrochener Folge.
1990: Erstes Konzertprojekt im klassischen Bereich
mit der Präsentation von Sakralwerken des großen Tiroler Komponisten
Blasius Amon (um 1560-1590) anlässlich seines 400. Todestages.
1990: Dokumentations-CD mit den Kirchensingern von Mühlbach im Tauferertal, Südtirol in Zusammenarbeit mit dem ORF/Studio Tirol
und damit die Erhaltung des Originalklangs der singulären sensationellen Fünfstimmigkeit, die heute in dieser originellen Form nicht mehr erfahrbar
und so nur durch dieses Tondokument erhalten ist
1991-1995: Andreas-Hofer-Gedächtniskonzerte mit Sakralwerken
des Tiroler Freiheitskämpfers und Domkapellmeisters zu St. Stephan in Wien
Johann Baptist Gänsbacher (1778 Sterzing Wien 1844).
1991: Ausstellung Mozart in Tirol (Katalog: TLMF).
Eine integrative Ausstellung mit Bildenden Künstlern, begleitendem Musikprogramm und anschaulichen Dokumentationen von Mozarts Aufenthalten und Reisen durch Tirol samt dem Verweis auf die vielen oft unbekannten Beziehungspunkte Tirols zum Musikgenie. Diese Ausstellung wurde von Ö1 zu den besten im Mozartjahr 1991 gezählt. Neben der kompletten inhaltlichen Konzeption wurde die Ausstellungsarchitektur ebenfalls von Manfred Schneider gestaltet.
Teile davon sind präsentiert im Internet unter www.musikland-tirol.at
(mit Updates von Hildegard Herrmann-Schneider im Mozart-Jahr 2006).

Bildteil (Ausschnitt) der von Manfred Schneider gestalteten Ausstellung "Mozart in Tirol"
1992: Publikation einer Auswahl von Gedichten
in der Tiroler Kulturzeitschrift das Fenster.
1992-1994: Fortsetzung und Aufnahme der Präsentationen mit Liedgut der Südtiroler Kirchensinger, die jeweils vom ORF/Studio Tirol übertragen werden.
Die begleitenden CDs des Instituts für Tiroler Musikforschung
entstehen nach den Konzerten jeweils in aufwändigen Studiofassungen.
1994: Erste CD-Edition mit Musik aus Stift Stams(Produktion gemeinsam mit Hildegard Herrmann-Schneider), bisher 24 Folgen.
1994: Die erste CD der Reihe Musikinstrumente des Ferdinandeums erscheint,
womit ausgewählte Meisterinstrumente des Tiroler Landesmuseums
erstmals akustisch vorgestellt werden, bisher 9 Produktionen.
1994: Erstes Tiroler Weihnachtskonzert mit Musik aus Stift Stams.
Seither kontinuierliche Gestaltung der Tiroler Weihnachtskonzerte
mit jeweils jährlich neuem Programm aus Tirols Musiktradition.
Die Tiroler Weihnachtskonzerte sind in ihrer intentionalen und programmatischen Gestaltung auch im internationalen Kontext ohne Vergleichsbeispiel
und gehören in Tirol zu den erfolgreichsten und gefragtesten Konzertprojekten.
Dabei wird jeweils in stilistisch geschlossener Form Weihnachtsmusik Tiroler Komponisten in dramaturgischer Folgerichtigkeit der Weihnachtsgeschichte
von der Verkündigung an Maria bis zum Auftritt der Hl. Drei Könige vorgestellt.
Höfische Weihnachtsmusik der Innsbrucker Hofkapelle des späten 16. Jahrhunderts
war ebenso Grundlage des originellen und stimmungsvollen Programmkonzepts
wie volkstümliche Elemente der Weihnachtsmusik des 18. und 19. Jahrhunderts
analog einer berührenden klingenden Weihnachtsmette in einer Tiroler Dorfkirche.
1994-1997: Werkauswahl aus dem Notenfundus des Musikarchivs von Stift Stams,
insbesondere des 18. Jahrhunderts, für kontinuierliche Konzertprojekte mit CD-Dokumentation (wissenschaftliche Katalogisierung des Stamser Archivs: Hildegard Herrmann-Schneider). Die ausgewählten Stücke wurden zu Programmen gestaltet,
die historischen Musikhandschriften in moderne Notenschrift transferiert.
Daraufhin wurden die Musiker jeweils für die speziellen Projekte engagiert.
In diesen Zeitraum fällt die Entdeckung der sinfonischen Tradition in Tirol
mit den Werken von Elias de Sylva (1716-1798) und insbesondere
den Stamser Symphonien von Johann Zach (1713-1773),
der überhaupt im Bereich der universellen Musikgeschichte zu den Wegbereitern der Klassischen Sinfonie mit ihrer symmetrischen Themenkonzeption zu zählen ist.
Die überregional bedeutenden 14 Stamser Sinfonien Zachs wurden so erstmals komplett mit Konzerten und den sie begleitenden CD-Editionen zugänglich.
1995 2000: Konzerte für den "Innsbrucker Sommer" im Tiroler Landesmuseum. Die Intention dieser Konzerte war, dass in der kulturellen Vielfalt dieses Sommerfestivals vor allem für die zahlreichen ausländischen Gäste es natürlich auch die Möglichkeit geben sollte, ausgewählte Beispiele der heimischen Musiktradition niveauvoll und ideenreich zu erleben. Viele dieser Konzerte wurden zudem mit erlesenen Musikinstrumenten des Tiroler Landesmuseums realisiert, eine zusätzliche Attraktion für ein nicht alltägliches Konzerterlebnis.
1996: Walter-Deutsch-Preis, Österreichischer Staatspreis für Volkskultur
1996: Kreation der CD-Reihe "Klingende Kostbarkeiten aus Tirol", bisher 96 Produktionen
1997: Initiierung des Projekts Tiroler Tage für Kirchenmusik.
Seit nun schon über 10 Jahren werden jährlich exemplarische Kompositionen aus Tirols großer Kirchenmusiktradition am Ort der Entstehung der Werke oder dem Geburts- bzw. Wirkungsort des Komponisten mit mehreren Aufführungen vorgestellt und auf CD herausgegeben.
Austragungsorte waren Stift Stams (mehrmals), Kitzbühel, Schwaz, Hall in Tirol
und Stift Wilten.
1997: Konzertidee Tyrolienne mit spezifischen Programmen, wo das tirolische Musikidiom für die klassische Musikliteratur, insbesondere im 19. Jahrhundert vor allem durch das Wirken der Tiroler Nationalsänger in ganz Europa bekannt, beliebt und folglich vielfach adaptiert wurde. Drei Programme fanden bislang Realisierung.
1997-2000: Projekt Innsbrucker Hofkapelle des 16./17. Jahrhunderts.
Die Innsbrucker Hofkapelle der Habsburger Tiroler Landesfürsten
hatte damals internationalen Rang. Ihre künstlerische Qualität und Effizienz
konnte abschnittsweise das Attribut Weltgeltung für sich beanspruchen.
Da sich in Innsbruck selbst keine Primärquellen der Musik aus dieser vielleicht bedeutendsten Zeit der Tiroler Musikgeschichte erhalten haben, mussten sie in aufwändiger Recherche in Bibliotheken und Archiven Europas eruiert
und in Form von Mikrofilmen nach Innsbruck gebracht werden.
Zum Glück hat sich ein Großteil des zumeist in Stimmbüchern überlieferten Bestands an Kompositionen der Innsbrucker Hofkapelle erhalten. Das historische Material
musste daraufhin in moderne Notenhandschrift für die gegenwärtige Aufführungspraxis transferiert und in Auswahl zu Programmen gestaltet werden.
Musik des 16. Jahrhunderts wurde zudem vielfach von Manfred Schneider auch noch instrumentiert.
Auf der Basis dieses gewaltigen Notenfundus wurden in der Folge
wichtige Konzertprojekte realisiert.
1998: Erstes Konzert mit Sakralkompositionen des überregional bedeutenden Innsbrucker Hofkapellmeisters Johann Stadlmayr (ca. 1575-1648)
zum 350. Todestag des Komponisten.
1998: Lieder für die Weihnachtszeit nach Tiroler Quellen.
Buchedition (570 Seiten) unter Mitarbeit von Hildegard Herrmann-Schneider
als Band 9 der Reihe Corpus Musicae Popularis Austriacae im Böhlau Verlag,
Wien, Köln, Weimar. Erste wissenschaftliche Gesamtdarstellung
der vielfältigen Weihnachtsliedtradition Tirols und bislang einziger Beitrag Tirols
zu dieser arrivierten Publikationsreihe.
1999 und 2001: Tiroler Weihnachtskonzert mit Musik der Innsbrucker Hofkapelle
aus der Zeit Stadlmayrs.

Interview in der Innsbrucker Stadtzeitung "tip" u.a. zum Tiroler Weihnachtskonzert 2001
1999: Klangraum im Zeughaus in Innsbruck. Erste Klingende Musikgeschichte.
Mit diesem Projekt wurde eine weltweit einzigartige Initiative Wirklichkeit:
Die Musikgeschichte einer Kulturregion anhand von 100 CDs
klingend zugänglich zu machen.
Alle CDs sind Ergebnis unserer konsequenten Konzertplanung.
Die Konzerte bieten immer Premieren. Jedes Konzert ist so ein Baustein zur Tiroler Musikgeschichte und wird darum auch auf CD dokumentiert, damit diese einzigartigen, unwiederholbaren Aktionen für einen breiten Interessentenkreis, vom Musikliebhaber bis zum professionellen Musikhistoriker, stets verfügbar bleiben.
Alle Besucher des Klangraums können sich ihren Musikwunsch selbst erfüllen. Informationen und Anregungen vermittelt ein eigener Katalog.
Die Technik des Klangraums ist so konzipiert, dass jeder Besucher
jederzeit das Stück seiner Wahl einschalten kann.
2000: Idee zur akustischen Inszenierung der Innsbrucker Hofkirche. Die Hofkirche zu Innsbruck war seit dem späten 16. Jahrhundert bis zur Auflösung der Innsbrucker Hofkapelle im Jahr 1748 jener Ort, wo die große Tradition im Bereich der Kirchenmusik der Tiroler Musikgeschichte ihre hauptsächliche Verwirklichung fand. Dort wirkten die bedeutenden Hofkapellmeister der Tiroler Habsburgerfürsten mit ihrer großartigen Innsbrucker Hofkapelle. Manfred Schneider hat einen Großteil dieser Musiküberlieferung auf einer Vielzahl von CDs dokumentiert und wollte mit dieser Aktion den zahlreichen Besuchern der Innsbrucker Hofkirche neben der räumlichen auch eine akustische Begegnung vermitteln. Zu bestimmten Zeiten des Tages sollte die Hofkirche für kurze Zeit mit jenen Klängen erfüllt sein, die für diesen Kirchenraum so einzigartig geschaffen wurden und so den Gästen einen nachhaltigen Gesamteindruck von dieser prachtvollen Sehenswürdigkeit ermöglichen. Leider wurde diese Idee vom Kuratorium der Innsbrucker Hofkirche verhindert.
2001: Rekordjahr der CD-Produktionen. In diesem Jahr hat Manfred Schneider 19 CDs produziert, weltweit eine künstlerisch und organisatorisch einmalige Leistung.
2001: Erste komplette akustische Präsentation der Liedersammlung "Froeliche newe Teutsche vnnd Frantzoesische Lieder Nürnberg 1574 von Alexander Utendal auf Schloss Ambras bei Innsbruck. Utendal war Vizehofkapellmeister in Innsbruck von 1566 bis 1581 und hat diese ungemein beeindruckende, auch für die universelle Musikgeschichte bedeutsame Liedersammlung in Innsbruck komponiert. Wie damals üblich, sind im Druck nur die Vokalstimmen überliefert. Der Komponist hat aber auf dem Werktitel den Zusatz "auch auff allerley Instrumenten zu gebrauchen" beigefügt. So hat Manfred Schneider für die repräsentative von ihm organisierte und betreute Erstaufführung alle Lieder Utendals in origineller Weise instrumentiert. In dieser attraktiven und einfühlsamen Form ist eine der auch universell wichtigsten Sammlungen im Bereich des Gesellschaftsliedes 2001 erstmals komplett auf CD erschienen.
2002: Organisatorische und programmatische Gestaltung des Festkonzerts des Welt-Kongresses von RISM anlässlich des 50jährigen Gründungsjahrs dieser fundamentalen Organisation der Musikwissenschaft in der MusikhochschuleFrankfurt am Main.
Programm: Liedkompositionen der Innsbrucker Hofkapelle des 16. Jahrhunderts.
Die vom Institut für Tiroler Musikforschung edierte CD von diesem Konzert wurde im selben Jahr am Deutschen Nationalfeiertag im Hessischen Rundfunk ungekürzt gesendet. Einladung zu ähnlichem Konzertprojekt in Prag.
2002: Initiierung des Internetauftritts www.musikland-tirol
und Übernahme der künstlerischen und organisatorischen Gesamtleitung.
Dieses Projekt ist eines der Glanzstücke und innovativsten Kulturprojekte Tirols überhaupt. In einer Fülle von Präsentationen bildet es das Schaufenster
in der Fülle und Differenziertheit der Musik Tirols für die Welt.
Manfred Schneider hat mit dieser Internetpräsentation u.a.
den ersten Kultur-Chatroom Tirols geschaffen,
weiters mit der online-Multimedia- Musikedition Tirol in kürzester Zeit
den weltgrößten digitalen Verlag (gewidmet ausschließlich einer Kulturlandschaft),
den einzigartigen TirolerKlangraum mit 150 CDs zur Tiroler Musikgeschichte.
Nicht zuletzt zeigt der Tiroler Musikatlas besonders die Vielfalt des aktuellen Musiklebens mit Berichten aus nahezu allen Gemeinden Nord-, Ost- und Südtirols sowie des Trentino.

Bericht in der Kronenzeitung vom 3. Dezember 2002
2003: Jakob Regnarts umfangreiche Motettensammlung "Mariale" wird erstmals komplett als Konzert präsentiert. Bei diesem Projekt, bei dem der erste in Innsbruck 1588 erschienene umfangreiche Notendruck klingend vorgestellt werden sollte, ergab sich die Problemstellung, wie eine stilistisch eher gleichförmige Sammlung in einen konzertfähigen Zyklus gewandelt werden konnte, der auch den heutigen Hörgewohnheiten und Erwartungen entgegen kommt. Manfred Schneider hat diese Aufgabe gelöst, indem er die komplette Sammlung instrumentierte und die kompakten Vokalsätze teilweise in Vokalsoli, Duette und Terzette auflöste, wobei die verbleibenden Stimmen von historischen Instrumenten wie Zinken, Posaunen oder Gamben ausgeführt wurden. Daraus resultierte, ohne in die Satzstruktur verändernd eingreifen zu müssen, eine Vielzahl von Variationsmöglichkeiten, die in Summe aus der beliebig verfügbaren Sammlung von Einzelstücken einen in sich geschlossenen, konsequent aufgebauten Zyklus gestalten ließen.
2003: Präsentation der Sammlung der Saiteninstrumente
des Tiroler Landesmuseums im Rahmen der Neugestaltung der Schausammlung
nach dem Umbau und der Generalsanierung.
Auswahl der Objekte und Gestaltung der Ausstellungsarchitektur.
Begleitend dazu im Internet unter www.musikland-tirol.at
ein virtueller Gesamtüberblick über den reichen und überaus wertvollen Bestand
der Musikinstrumente des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum.
2003: Wiederaufnahme der Konzertidee "Talente". Konzerte mit jungen Musiktalenten hat Manfred Schneider schon in den frühen 90er-Jahren veranstaltet. Die Intention war einerseits, in einem Landesmuseum, das geschaffen ist, die Preziosen eines Landes zu präsentieren, auch das Potential an jungen Talenten zur Schau zu stellen, anderseits den angehenden Künstlern eine Begegnung und Erfahrung mit der eigenen Klangwelt der historischen Musikinstrumente des Tiroler Landesmuseums zu ermöglichen.
2003: Erfolgereicher Versuch, mit Weihnachtsmusik
ausschließlich des 16. Jahrhunderts aus dem Repertoire der Innsbrucker Hofkapelle
ein dramaturgisch folgerichtiges geschlossenes Tiroler Weihnachtskonzert zu schaffen
und auf CD zu dokumentieren.

Tiroler Weihnachtskonzert , Sondervorstellung für den Sponsor Schœllerbank; Begrüßung des Publikums durch Direktor Mario Bernardi, Schœllerbank
2004: Initiierung des Konzertzyklus: Festival Tiroler Musik.
Zusammenfassung der Konzertaktivitäten in ein Rahmenprogramm,
das die Musikgeschichte Tirols jährlich vom 16. Jahrhunderts bis in die Gegenwart
mit ausgewählten exemplarischen Werken darstellen soll.
In dieser konzentrierten und überlegten Form läuft dieser Konzertzyklus
im Jahr 2007 aus.
2004: Idee und Initiative zum Projekt: "Volkslieder gesucht". Von März 2004 bis zum Jahresende inserierte das Tiroler Volksliedarchiv auf Initiative Manfred Schneiders mittels einer Annonce in der "Tiroler Tageszeitung". Diese wurde alle zwei Wochen jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag geschaltet. Das Echo war groß. Insgesamt meldeten sich 127 Personen aus ganz Tirol telefonisch, schriftlich oder per Email. Die darauf folgenden Liedaufnahmen bei den Gewährspersonen erbrachten das Ergebnis von mehr als 2000 Liedern und Instrumentalstücken.
Konzertideen 2004: Werbeeinschaltungen in der Tiroler Tageszeitung Grafische Gestaltung: Manfred Schneider
2004: Idee zur akustischen Inszenierung von Bereichen der Schausammlung des Tiroler Volkskunstmuseums, die dann von Dr. Sonja Ortner umgesetzt wurde, ebenso wie die Gestaltung einer Festschrift zum 100-Jahr-Jubiläum des Tiroler Volksliedarchivs in Form einer auflagenstarken Sonderbeilage in der Tiroler Tageszeitung, um einen möglichst großen Teil der Bevölkerung über Geschichte, Aufgaben und Service dieser Einrichtung zu informieren.
Um den akustisch undankbaren Raum eine Widmung im Bereich der Musik zu geben, werden neue Konzertideen realisiert, so ein Jazzcafé, wobei der Raum als Café inszeniert und adaptiert wurde. Musikalisches Ambiente waren Tiroler Jazzgruppen. Das Jazzcafé war aber kein übliches Konzert: Die Besucher unterhielten sich und genossen die spezielle kulturelle Atmosphäre umgeben von Kunstwerken.

Popkonzert im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
2005: Idee und Realisation der virtuellen Ausstellung zum 100-Jahr-Jubiläum des Tiroler Volksliedarchivs. Hauptinhalt der Ausstellung waren und sind "Geschichten rund um das Volkslied", wobei Personen gebeten wurden, ihre Begegnungen und Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Begriff "Volkslied" in einer Kurzgeschichte dazustellen. 54 Personen teilten auch eine Geschichte sowie ihre persönliche Volkslied-Definition mit. Die Beschreibungen, was ein Volkslied sei, sind äußerst vielfältig und zeigen erneut, dass es keine einzig gültige Definition geben kann. Begleitend dazu war nach den beliebtesten Tiroler Liedern gefragt. Diese Hitparade des Tiroler Volkslieds erbrachte das Resultat: 1. Tirol isch lei oans, 2. In die Berg bin i gern, 3. Der Summer is ausi.
2005: Wiederaufnahme der Idee der akustischen Inszenierung der Schausammlung des TirolerLandesmuseums. Nachdem Manfred Schneider diese Idee schon wiederholt in den späten 90er Jahren vorgetragen hat, wurde ihre Verwirklichung an den Vorstandswechsel im Museumsverein 2005 geknüpft. Die Intention der Idee war, die Schausammlung mit Klangstationen zu bereichern und damit gewissermaßen eine akustische Zeitreise durch die Kulturgeschichte Tirols zu ermöglichen. Anknüpfend an die Objekte der optischen Kunst sollten in mehreren Klangstationen Musikbeispiele vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart das Kulturerlebnis "Museum" komplettieren. Die Musik würde im Raum über Kopfhörer gehört und ermögliche so - im Verein mit der jeweiligen optischen Wahrnehmung - eine die Künste in einem komplexeren Zusammenhang gestellte Sicht. Mit den zahlreichen CDs, die im Rahmen des Musikprogramms von Manfred Schneider entstanden sind, kann die Musikgeschichte Tirols repräsentativ abgedeckt werden. So würde den Besuchern ein weltweit einmaliges Service zur Verfügung gestellt werden, denn Tirol ist das einzige Land der Welt, das eine solche konsequent gestaltete klingende Musikgeschichte auf CDs verfügbar hat. Durch den Höreindruck würden erfahrungsgemäß sicherlich viele Museumsbesucher bewegt ein Klangsouvenir mitzunehmen. Somit ergäbe sich eine wirklich anzustrebende Vernetzung von bereichertem und vertieftem kulturellem Angebot und wirtschaftlichem Erfolg. Der neue Museumsvorstand hat diese Idee allerdings nicht aufgenommen.
2005: Start des Projekts Dokumentation der romantischen symphonischen Tradition Tiroler Komponisten mit Symphonien des Schubertfreundes Josef Netzer (1808-1864) aus Zams im Tiroler Oberland.

Manfred Schneider und Hildegard Herrmann-Schneider, 2006
2006: Symphonien von Johann Rufinatscha (1812-1893), der als der bedeutendste Tiroler Symphoniker anzusehen ist, werden erstmals wieder aufgeführt
und auf CD dokumentiert.
Rufinatscha hatte in Wien in den 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts mit seinen Symphonien für Aufsehen gesorgt und gegen Ende seines Lebens sein kompositorisches Werk dem Tiroler Landesmuseum zur Aufbewahrung übertragen:
für uns eine Verpflichtung, sich für seine großartigen Schöpfungen nachhaltig einzusetzen.
2006: Idee und Durchführung von Konzert für das Tiroler Landesmuseum.
Abschluss der Konzerte im Tiroler Landesmuseum.
Vor dem Umbau hatte der prachtvolle Saal der Gotiksammlung
auch als Konzertsaal gedient. Dieser Raum war optisch und akustisch
ein einmaliger Glücksfall. Leider wurde dieser Bereich im Zug des Um- und Erweiterungsbaus des Tiroler Landesmuseums im Jahr 2001 abgerissen.
Für die Konzerte war also künftig kein geeigneter Saal mehr verfügbar.
So hat Manfred Schneider als Kustos der Musiksammlung für ein Abschiedskonzert im Ferdinandeum die Idee geboren, das neue Landesmuseum in seiner architektonischen Besonderheit, seiner Weiträumigkeit über verschiedene, vielfach offene Etagen, überhaupt die großzügige Kubatur, akustisch zu nützen.
Mit diesem eigenwilligen Instrument sollte nun kein vordergründiges Klangereignis vonstatten gehen, sondern die akustische Inszenierung sollte im engsten Zusammenhang mit der Intention des Hauses als Tiroler Landes-Museum gedanklich verknüpft sein.
In dieser gedanklichen Konzeption wurde das Projekt von der jungen Südtiroler Komponistin Manuela Kerer in origineller und fantasievoller Gestaltung
geradezu idealtypisch realisiert.
Das einzigartige Ergebnis ist als Livemitschnitt einer Sternstunde im Ferdinandeum ungeschnitten auf CD dokumentiert.

Manfred Schneider mit Multitalent Manuela Kerer, die seine Idee "Konzert für das Tiroler Landesmuseum" verwirklicht hat.
Der Tiroler Volksmusikball war ein buntes Fest der Tiroler Volksmusik für jedermann. Im Mittelpunkt stand natürlich der Tanz. Darüber hinaus gab es aber auch humoristische Einlagen. So entstand ein lebendiger, stimmungsvoller und fröhlicher Tiroler Abend.
2006: Idee und Organisation des Konzertzyklus Musiksommer Stift Stams
2006: Neukonzeption des Vereins Tiroler Volksliedwerk.
Umwandlung des Vereins von einer Funktionärsstruktur zu einem Mitgliederverein. Wahl Manfred Schneiders zum Neuen Obmann des Tiroler Volksliedwerks.
2007: Umsiedlung des Tiroler Volksliedarchivs.
Das Tiroler Volksliedarchiv wurde bis zum Februar 2007
vom Verein Tiroler Volksliedwerk über dreißig Jahre verwaltet und gehört nun organisatorisch zur neu geschaffenen Tiroler Landemuseen Betriebsgesellschaft.
Die neuen Räumlichkeiten sind in Innsbruck, Feldstraße 11b.
Diese Räume sind im Eigentum des Landes Tirol, ebenso wie der gesamte Bestand
des Tiroler Volksliedarchivs.
So hat das Tiroler Volksliedarchiv nach langjährigen Irrfahrten endlich eine dauerhafte Heimstatt gefunden.
2007: Initiierung Tiroler Musikfest
Das Tiroler Musikfest soll künftig alljährlich in einer anderen Tiroler Gemeinde stattfinden. Ausgangspunkt der ersten Veranstaltung war Stams im Tiroler Oberland. Aufgrund des Erfolgs hat der Kulturausschuss der Gemeinde Absam sich spontan angeboten, im folgenden Jahr dieses Konzept zu übernehmen. Die Intention ist insbesondere, die Vielgestaltigkeit und Multifunktionalität von musikalischen Ereignissen im ländlichen Raum zu präsentieren, als Fest der Musik in Gemeinschaft von unterschiedlichsten traditionellen und aktuellen Ausdrucksformen, eine Begegnung sowie der Versuch gegenseitiger Anerkennung und Wertschätzung. So wurde in Stams ein über das ganze Dorf verteiltes "Volksmusik-Open-Air" ebenso geboten, wie eine "Serenade" der Musikkapelle, ein in Zusammenarbeit mit den Schützen organisierter "Zapfenstreich" und ein eigens konzipiertes Projekt "Nachtklänge" in Zusammenwirken mit der Kulturkooperative Stams.

Serenade der Musikkapelle Stams
2007: Der bedeutende Tiroler Komponist Franz Baur
widmet Manfred Schneider das Orchesterwerk "Lyrisches Konzert".
Manfred Schneider 2008
Am 5. März 2008 wird Manfred Schneider vom Bundespräsidenten der Republik Österreich mit dem Ehrentitel "Professor" ausgezeichnet. Die Überreichung der entsprechenden Urkunde erfolgt im Rahmen eines Festakts im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur in Wien am 26. Juni.
Aus der Tiroler Landeszeitung vom 8.7.2008 |
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Am 6. Juni 2008 wird Manfred Schneider mit der "Franz-von-Wieser-Medaille" des Vereins Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum ausgezeichnet. Diese Ehrung ist Persönlichkeiten vorbehalten, die sich um die Erforschung Tirols und seiner Kunst und Kultur hervorragende Verdienste erworben haben.
Am 18. Juni findet im Haus von Dr. Manfred Schneider und Dr. Hildegard Herrmann-Schneider die Österreichische Erstaufführung von Manuela Kerers Hausoper "Die Prozession der Käfer" statt.

Abbildung Manfred Schneider
Im Juni erscheint auch das erste Tiroler Volksliederbuch für Chöre im Internet, das Manfred Schneider aus der Sammlung "Echte Tiroler Volkslieder" von Franz Friedrich Kohl zusammengestellt hat. Die einzelnen Lieder können dabei im Computersound gehört und unentgeltlich kopiert werden.
Die Sommerkonzerte 2008 umfassten die Programme "TirolMusik", "Festkonzert" in Stift Stams u.a. mit der Aufführung von Josef Pembaurs großer Symphonie "In Tirol", dem Projekt "Tiroler Musikfest" in Absam und den "Tiroler Tagen für Kirchenmusik" mit Sakralwerken von Ignaz Mitterer (1850-1924).
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Manfred Schneider |
Manfred Schneiders Idee aus den frühen 90er-Jahren, ein Folklore-Festival in Innsbruck - "Europäische Folklore zu Gast in Innsbruck" - zu organisieren, konnte leider immer noch nicht verwirklicht werden. Die Idee war und ist so konzipiert, dass Volksmusikgruppen aus verschiedenen Ländern für eine Woche nach Innsbruck eingeladen werden. Bevorzugt Gasthäuser, Firmen und sonstige Wirtschaftsbetriebe übernehmen die Patronanz über je ein europäisches Land, das mit je zwei Gruppen vertreten ist. So sollte das Gasthaus X oder die Firma Y z. B. die spanischen Teilnehmer beherbergen und unter ihren "Schutz" nehmen. Die Patrone können ihre Schützlinge dann sowohl im eigenen Ambiente als auch an anderen Schauplätzen präsentieren und in deren Heimatland für ihre Patronanz werben. So entstünde in der ganzen Stadt über eine Woche ein simultanes buntes Fest europäischer Volksmusik. Zu einer Abschlussvorstellung finden sich dann alle Gruppen mit ihren Patronen zu einem großen Fest in einem repräsentativem Ambiente zusammen. Die Organisation würde der Verein "Tiroler Volksliedwerk" gestalten, wenn seitens der Öffentlichkeit und aus Wirtschaftskreisen entsprechendes Interesse bestünde.
Beide arbeiten seit dem Jahr 1989 kontinuierlich zusammen. Die CDs basieren auf Studioproduktionen oder auf Livemitschnitten. Bei den Studioproduktionen wird das Programm in zumeist aufwändiger wiederholter Nachtarbeit mit den Musikern erarbeitet. Der Aufnahmeleiter hat nicht nur darauf zu achten, dass er technisch und künstlerisch einwandfreies Tonmaterial erhält, sondern die Musiker auch einfühlsam, der jeweiligen Situation angepasst, möglichst an die Grenze ihrer Fertigkeit führt. Das erfordert zudem großes psychologisches Geschick. Bis zum Jahr 1998 hat Christl Hornstein die Aufnahmeleitung bewerkstelligt. Seit dem Sommer 1998 hat diese Tätigkeit Manfred Schneider übernommen. Die jeweiligen Schnittarbeiten wurden und werden in der Regel von beiden gemeinsam realisiert. Die Programme der CDs stammen von Manfred Schneider. Seit dem Jahr 2000 wurden kaum noch Studioproduktionen gemacht, das Schwergewicht der CD-Produktionen verlagerte sich auf sog. "Livemitschnitte". Dabei entwickelte Manfred Schneider eine sehr effiziente Strategie, um ausreichend Material für den Schnittcomputer zu erhalten. Das jeweilige komplette Programm in der Regel Entdeckungen aus Tirols Musikgeschichte vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart als Ersteinspielungen wurde mehrmals aufgeführt: auf die Generalprobe folgte am nächsten Tag die "Öffentliche Generalprobe" mit Publikum sowie das erste offizielle Konzert. Den Tag darauf gab es die Korrekturprobe mit dem Zweck, zum einen, um noch unsichere Stellen zu korrigieren, die der Aufnahmeleiter in seiner Partitur eingetragen hatte, zum anderen, diese so zu vervollkommnen, damit sie beim zweiten Konzert problemlos gespielt werden können. So bilden jeweils zumindest fünf komplette Fassungen des Programms das Klangmaterial für den Schnittcomputer. Aus diesem oft zehn- und mehrstündigen Klangfundus wird nun in sorgfältiger Schnittarbeit das Beste ausgewählt und damit eine völlig neue Fassung der Klangrealität geschaffen. Die Musiker bilden folglich gewissermaßen das vom Aufnahmeleiter gebrauchte Werkzeug, während die hauptsächliche künstlerische Arbeit beim Schnitt der Produktion geschieht. In dieser Vorgangsweise wurden von Manfred Schneider und Christl Hornstein bislang über 160 verschiedene CD-Produktionen geschaffen, eine weltweit einmalige und auch international schon vielfach bewunderte Meisterleistung.
Am 1. Dezember 2008 überreicht Manfred Schneider im Landhaus zu Innsbruck Tirols Kultur-Landesrätin Mag. Dr. Beate Palfrader die von ihm initiierte CD-Produktion mit der eindrucksvollen Ersteinspielung der Orchesterwerke Josef Pembaurs (1848-1913).
Pressetext (hier klicken)
Aus der Tiroler Landeszeitung vom 1.12.2008 |
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Jänner 2009: Interview für den Norddeutschen Rundfunk (NDR) mit der arrivierten Kulturjournalistin Susanne Lettenbauer über Intention, Geschichte und Rezeption des Projekts "Musikland-Tirol". Frau Susanne Lettenbauer (www.giocosopress.de) ist freie Mitarbeiterinn bei allen deutschen ARD-Rundfunkanstalten und beim ORF.
7. März 2009: In der Sendung "Apropos Klassik" des Kultursenders Ö1 des Österreichischen Rundfunks werden über zwei Stunden ausschließlich CDs zur Musikgeschichte Tirols vom 16. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert vorgestellt, die Manfred Schneider im Laufe seiner Tätigkeit als Kustos der Musiksammlung des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum initiiert und produziert hat.
17. August 2009: Interview mit der renommierten Journalistin Frau Mgr. Dita Kopáová Hradecká aus Prag zum vielfältigen Musikleben Tirols in Vergangenheit und Gegenwart und insbesondere über die Tätigkeit des Instituts für Tiroler Musikforschung.
Manfred Schneider bei dem von ihm initiierten "Tiroler Musikfest" im FoRum in Rum am 4. Juli 2009.
Tiroler Musikfest 2009 - TirolMusik 2009
Foto (2009) vom römischen Starfotographen Luigi Caputo im Institut für Tiroler Musikforschung Innsbruck für eine internationale Präsentation der Schoellerbank Aktiengesellschaft Wien.
(Bitte auf den Text klicken, um ihn zu vergrößern.)
2010
Initiative zum Aufbau einer "Tirolischen Phonothek".
Dieses Projekt bezweckt die dauerhafte systematische Sammlung von Tonträgern mit Tirolbezug.
Dies soll geschehen in Zusammenarbeit mit dem ORF (Österreichischer Rundfunk), den Tiroler CD-Produzenten, sowie im Kontakt mit den diversen Musikorganisationen, Musikern und Musikgruppen.
Ebenso wie das aktuelle Angebot kontinuierlich zu erfassen ist, gilt es auch konsequent den noch zu eruierenden historischen Quellenbestand zu sammeln.
Manfred Schneider hat in einem ersten Schritt als Leiter des Tiroler Volksliedarchivs die Musikstudentin Nicole Thaler mit Sammelaufträgen bei Tiroler Musikgruppen der Volksmusikszene betraut. Dieses Unternehmen wird fortgesetzt. Aufgrund der begrenzten Raumkapazitäten und der Intention des Tiroler Volksliedarchivs kann diese Institution die Verwirklichung der umfassenden Idee nicht realisieren. Vom Tiroler Volksliedarchiv ist nur die Initiative für dieses schon längst überfällige Vorhaben ausgegangen. Idealerweise sollte die Tiroler Phonothek mit der Bibliothek des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum operativ und administrativ verbunden sein.
Gründung der CD-Reihe mit historischen Tondokumenten aus dem Archiv des ORF- Landesstudio Tirol. Als erste Produktionen erscheinen zwei Doppen-CDs mit Kompositionen von Emil Berlanda (1905-1960) und zwei Doppel-CDs mit Werken von Artur Kanetscheider (1878-1977).
Am 19. September 2010 wird Manfred Schneider aufgrund seiner Verdienste für das Ansehen der Kulturtradition Tirols im Beisein der Landeshauptleute von Nord- und Südtirol und Mitgliedern der Landesregierung auf Schloss Tirol das "Verdienstkreuz des Landes Tirol" verliehen.
Als besonders gelungene und eindrucksvolle CD-Produktion der Konzertreihe 2010 überreicht Manfred Schneider die CD "Emil Berlanda- Klavierkonzert/Orc hesterwerke" der Tiroler Kulturlandesrätin Mag. Dr. Beate Palfrader. Die Frau Landesrätin hatte dieses engagierte Projekt in der Basilika von Stift Stams zum 50. Todestag des herausragenden Tiroler Komponisten in großzügiger Weise als Sondervorhaben ermöglicht.
6. Juni 2011.
Manfred Schneider hält die Laudatio anlässlich der Verleihung des Tiroler Landespreises für Kunst an den Komponisten Franz Baur im Festsaal des Tiroler Landhauses in Innsbruck.
2011-2014: Manfred Schneider erarbeitet die erste umfassende Dokumentation zur Kulturgeschichte der NS-Zeit in Tirol und Südtirol.
https://arge-ns-zeit.musikland-tirol.at/
2015-2017: Der “Klangraum Tirol” wird Realität als Zusammenfassung aller über 200 CDs, die Manfred Schneider produziert hat. Der Klangraum Tirol bietet einen klingenden Überblick über wesentliche Aspekte zur Musikgeschichte Tirols von der Renaissance bis zur Gegenwart.
https://klangraumtirol.musikland-tirol.at/
2018: Mit dem Tiroler Weihnachtskonzert 2018 beschließt Manfred Schneider wenige Monate nach seinem siebzigsten Geburtstag seine Tätigkeit als Gestalter innovativer Konzertprojekte zur Musikgeschichte Tirols.
Seit 1988 hatte er alljährlich die berührende Weihnachtsgeschichte zahlreichen Besuchern mit unterschiedlichen Programmen nahe gebracht. Diese auch überregional einzigartige Veranstaltung hat inzwischen legendären Standard erreicht und ist durch die CDs und DVDs weiterhin akustisch präsent.